Du lernst und lernst und lernst, aber nichts bleibt hängen? Schluss mit dem Pauken! Hier erfährst du, wie es besser geht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Meine Schulzeit: Talfahrt statt Gipfelkreuz
    1. Der Tiefpunkt: Mit Karacho gegen die Wand
    2. Der Wendepunkt: eine zweite Chance
    3. Der Höhepunkt: Lernen als neue Leidenschaft
  2. Die Lücken im Schulsystem
  3. Die Tücken unserer Wahrnehmung
  4. Selbstbewusstsein dank Inkompetenz
  5. Die drei Stufen der Metakognition
  6. Die Illusion der Vertrautheit
  7. Die Vergessenskurve besiegen
  8. Der Testing-Effekt
  9. Digitale Unterstützung: neue Möglichkeiten
  10. Warum es sich lohnt
  11. Veränderung: Eine Lebensaufgabe
  12. Quellen

Meine Schulzeit: Talfahrt statt Gipfelkreuz

Bis zur neunten Klasse war ich ein schlechter Schüler. Ich war mit dem Kopf überall, nur nicht bei der Schule. Ich träumte von einer Karriere als Bassist in einer Band. Latein pauken und Heavy Metal passten einfach nicht zusammen.

Wenn ich mich dann mal hinsetzte und versuchte mir den Stoff einzuprügeln, waren meine Lernerfolge bescheiden. Meine Lehrer würden sagen, ich war bemüht.

Ab einem gewissen Punkt gab ich auf. Schule war einfach nichts für mich. Ich versuchte es nicht mehr und fiel im Stoff immer weiter zurück. Meine Schulzeit fühlte sich wie eine ewige Aufholjagd an.

Der Tiefpunkt: Mit Karacho gegen die Wand

Dann kam es, wie es kommen musste. In der neunten Klasse fuhr ich gegen die Wand: ein 6er und zwei 5er im Jahreszeugnis. Sitzengeblieben.

"Große Anstrengungen werden in Zukunft nötig sein, um die erbrachten Leistungen zu verbessern" liest meine Zeugnisbewertung der neunten Klasse.

Noch nötiger als große Anstrengungen war für mich damals nur ein Neuanfang.

Der Wendepunkt: eine zweite Chance

Nach der neunten Klasse wechselte ich die Schule. Die niedrigeren Ansprüche verschafften mir die Möglichkeit, den Anschluss wiederzufinden.

Plötzlich schrieb ich gute Noten. Es machte Klick: Ich kann das! Ich erhielt die zweite Chance, nach der ich jahrelang gesucht hatte. Dieser Glaube trug mich vom Schulabgänger zum Masterabsolventen.

Der Höhepunkt: Lernen als neue Leidenschaft

Trotz dieser Erkenntnis sollte es bis ins Erwachsenenalter dauern, bis ich wirklich Spaß am Lernen fand. Als ich den (selbstauferlegten) Zwängen der Schule und des Studiums nicht mehr folgen musste, entdeckte ich eine neue Leidenschaft.

Ich verstand: Lernen ist nicht Pauken. Lernen ist nicht sture Wiederholung. Lernen bedeutet nicht, das zu sagen, was der Professor hören will.

Lernen ist kontinuierlicher Fortschritt.
Lernen ist persönliches Wachstum.
Lernen ist Anpassung an eine sich immer rasanter verändernde Welt.

Die wichtigste Lektion aber war:

Lernen ist eine Fähigkeit.

Jeder kann lernen, wie man sich effektiv Wissen aneignet. Dafür ist jedoch eine gezielte Herangehensweise notwendig.

Die Lücken im Schulsystem

Leider stattet uns die Schule nur bedingt mit den nötigen Kompetenzen zum selbstständigen Lernen aus. Die Anforderungen am Gymnasium waren hoch, doch wie man sich den ganzen Stoff aneignen soll, hat mir niemand gezeigt.

Bis heute beobachte ich das auch bei meinen Azubis. Sie kommen zu uns in den Betrieb und müssen nun die Berufsschule besuchen. Nach Jahren im Schulwesen wissen sie nicht, wie man wirklich effektiv lernt.

Manche verlassen sich auf ihre Intuition. Andere verlassen sich auf die Erfahrungen ihrer Eltern. Damit fahren sie aber oft gegen die Wand - so wie ich damals.

Intuitive Lernmethoden sind nicht selten falsch, auch wenn sie über Generationen vererbt werden. Intuition und Erfahrung sind in diesem Falle keine guten Lehrmeister.

Hier ein Beispiel: Eine beliebte Lernmethode ist, sich mit einem Text hinzusetzen und darin kräftig zu unterstreichen und zu markieren. Danach liest der Schüler den Text immer wieder durch, bis er ihn versteht.

Erkennst du dich darin wieder? Ich mich schon.

Studien zufolge ist das jedoch eine äußerst ineffektive Form des Lernens1. Für den langfristigen Lernerfolg könntest du das Blatt Papier genauso gut essen.

Diese unangenehme Wahrheit überrascht Lernende oft böse. Obwohl sie sich mit den Inhalten auseinandersetzen und kostbare Zeit investieren, schneiden sie in Tests schlecht ab. Woran liegt das?

Die Tücken unserer Wahrnehmung

Das Problem ist zum Teil in der Metakognition begründet. Menschen sind in der Lage, über ihr Denken nachzudenken.

Hast du schon mal einen negativen Gedanken gehabt und dich im Anschluss gefragt, warum du dauernd solche negativen Gedanken hast? Das ist Metakognition.

In Bezug auf das Lernen haben Menschen eine Vorstellung davon, was sie wissen - oder besser gesagt, was sie zu wissen glauben, denn diese Einschätzung ist oft falsch.

Das mehrfache Lesen eines Textes erzeugt Vertrautheit. Mit der Zeit verstehen wir den Aufbau des Textes, erkennen die Argumente und wissen, wo die wichtigsten Informationen zu finden sind.

Diese Vertrautheit gaukelt uns vor, dass wir ein Thema verstehen. Der vorher unbekannte Text kommt uns nun bekannt vor. Dieses positive Gefühl der Vertrautheit verwechseln wir mit tatsächlichem Verständnis.

Vertrautheit ist übrigens nicht nur beim Lernen problematisch. Selbst Eheleute schätzen die Persönlichkeit ihres Partners nur bis zu 80 Prozent korrekt ein2. Nach all den Jahren der Ehe meinen sie zu wissen, wie der Partner tickt, und schauen deshalb nicht mehr so genau hin.

Auch der Overconfidence-Effekt spielt hier eine Rolle. So wie Menschen gerne ihre Fähigkeit beim Autofahren überschätzen, halten sie sich auch für schlauer als sie es in Wirklichkeit sind.

Das passiert auch beim Lernen. Menschen schätzen ihr Verständnis eines Themas besser ein, als dies eigentlich der Fall ist.

Selbstbewusstsein dank Inkompetenz

Interessanterweise kommt das vor allem bei inkompetenten Menschen vor. In der Psychologie tritt dieses Phänomen so häufig auf, dass es einen eigenen Namen hat: Der Dunning-Kruger-Effekt.

Gem. des Dunning-Kruger-Effektes sind vor allem inkompetente Menschen oft besonders von ihren Fähigkeiten überzeugt. Sie sind sich ihres mangelnden Wissens nicht bewusst und somit nicht in der Lage, das Ausmaß ihres Unwissens einzuschätzen3.

Anders ausgedrückt: Woher soll jemand wissen, wie wenig er weiß, wenn er gar nicht weiß, was er alles nicht weiß?

Die traurige Schlussfolgerung aus dem Dunning-Kruger-Effekt ist, dass Selbstbewusstsein nicht nur aus Kompetenz, sondern manchmal auch einfach aus Unwissenheit entsteht.

Schließlich greifen der Dunning-Kruger-Effekt und der Overconfidence-Effekt auch beim Lernen ineinander. Ist der eigene Horizont stark begrenzt, stärkt das die Vertrautheit mit ebendieser begrenzten Sicht. Unwissende Menschen vertrauen zu stark auf ihr Unwissen, das sich ihnen als Wissen offenbart.

Die drei Stufen der Metakognition

Menschen sind also mehr oder weniger gut in der Lage, über ihr Wissen nachzudenken. Das bringt uns zurück zur Metakognition. Es gibt Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen. 1 + 1 = 2. So viel kriege selbst ich aus meiner Schulzeit noch hin.

Dann gibt es Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie nicht wissen. Dazu gehört z.B. die Frage nach außerirdischem Leben. Wir wissen, dass wir diese Frage wahrscheinlich niemals mit Sicherheit beantworten können - außer diese verdammten Dinger zeigen sich endlich.

Zuletzt gibt es aber auch Dinge, von denen wir nicht einmal wissen, dass wir sie nicht wissen. Wissen hat keine Grenzen. Der Mensch kann niemals alles wissen.

Wir sind uns eines großen Teils dessen, was wir nicht wissen, überhaupt nicht bewusst und je weniger wir wissen, desto schlechter sind wir in der Lage, unser Unwissen einzuschätzen.

Die Illusion der Vertrautheit

Jetzt kriegen wir wieder die Kurve zum stupiden Auswendiglernen: Je öfter wir einen Text hintereinander lesen, desto stärker wird unsere Illusion darüber, wie gut wir ihn verstehen. Der Dunning-Kruger-Effekt schlägt zu!

Diese Vertrautheit führt zu blindem Selbstbewusstsein. Dadurch strengen wir uns weniger an, die Inhalte zu vertiefen. Unsere Lernmethode ist nicht nur ineffektiv, sondern hinterlässt auch gefährliche Lücken.

Erkenntnis ist schmerzhaft, weil wir sie mühsam herbeiführen müssen. Unwissend lebt es sich hingegen recht ungeniert. Im Englischen heißt es deshalb: Ignorance is bliss.

Aus diesem Grund bleiben wir oft ein Leben lang bei ineffektiven Lernmethoden: Sie tun nicht weh. Sie sind nicht anstrengend.

Darunter leidet der langfristige Lernerfolg: Wir vergessen. Wir verknüpfen nicht. Wir verstehen nicht. Wir verschwenden unsere Zeit.

Die Vergessenskurve besiegen

Wie können wir das besser machen? Eine Methode, mit der ich in letzter Zeit bewusst experimentiere, ist das aktive Abrufen von Erlerntem.

Dafür legst du zunächst einmal deine Quelle beiseite. Mach das Buch zu, verdeck deine Notizen oder schalte das Video aus.

Jetzt stellst du dir Fragen. Was war der Inhalt des letzten Kapitels oder der letzten Seiten? Worum ging es in der Vorlesung? Was war das Fazit zu Thema X?

Du versuchst, dich unter bloßer Anstrengung deines Gedächtnisses an die Inhalte zu erinnern. Am besten schreibst du dir deine Antworten auf. Erst wenn du dem Abrufen eine ehrliche Chance gegeben hast, überprüfst du deine Antwort.

Das ist aktives Abrufen. Es ist mühselig, aber viel effektiver als einfach nur die Quelle von vorne durchzukauen.

Wenn du etwas lernst, ist dein größter Feind das Vergessen. Innerhalb kürzester Zeit vergessen Menschen bis zu 70 Prozent der gelernten Inhalte4.

Danach flacht die Vergessenskurve ab. Doch wenn du nichts dagegen unternimmst, kannst du bald von vorne anfangen.

Aktives Abrufen funktioniert wie das Basteln einer Perlenkette. Damit die Perlen am anderen Ende der Schnur nicht herunterrutschen, musst du einen Knoten schnüren5.

Aktives Abrufen knüpft diesen Knoten in deinem Gedächtnis. Es sorgt dafür, dass deine Perlen nicht verloren gehen. Aktives Abrufen ist nicht nur das Gegenmittel, sondern deine Chance im Vergessen.

Schüler, die aktives Abrufen anwenden, erzielen in verschiedenen Studien regelmäßig bessere Ergebnisse als ihre Mitschüler.

Eine Studie zeigt zum Beispiel, dass Testpersonen, die am Tag des Lernens aktives Abrufen praktizierten, nach zwei Tagen nur 13 Prozent der Inhalte vergaßen, während sich die Vergleichsgruppe nur noch an 50 Prozent der Inhalte erinnern konnte6.

Dieser Effekt hält auch langfristig an. In neueren Experimenten konnte festgestellt werden, dass aktives Abrufen auch über Zeiträume von einer Woche bis hin zu mehreren Monaten zu besseren Ergebnissen führte.

Intensives Büffeln kann kurzfristig funktionieren, doch wenn du das Wissen langfristig behalten möchtest, solltest du zum aktiven Abrufen greifen.

An dieser Stelle möchte ich dir ein paar konkrete Beispiele dafür geben, wie du aktives Abrufen in deinen Lernprozess integrieren kannst:

  1. Konsum. Inhalte aufzunehmen ist unausweichlich. Wenn du einen Text nicht liest, kannst du ihn nicht abrufen.
  2. Bearbeitung. Markiere dir die Kerninhalte. Das machst du nicht, um sie wiederholt zu lesen, sondern um sie leichter wiederzufinden.
  3. Abrufen. Am Ende eines Kapitels überlegst du dir, welche Kernaussagen in dem Text standen. Mit Stift und Papier schreibst du sie dir auf, ohne auf den Text zu blicken. Dabei profitierst du zusätzlich von den Lerneffekten des handschriftlichen Schreibens.
  4. Überprüfung. Gleiche deine Antworten mit dem Text und deinen Markierungen ab.

So kannst du bereits während des Lernens aktives Abrufen praktizieren. Doch das ist noch nicht alles. Nun kommen wir zur Königsdisziplin.

Der Testing-Effekt

Um die Inhalte weiter zu vertiefen, können wir uns eine unliebsame Praktik der Schulen und Universitäten zunutze machen: Tests.

Bitte renn jetzt nicht davon. Ich weiß, die Posttraumatische Belastungsstörung aus deiner Schulzeit sitzt tief. Bis ins Erwachsenenalter führt das Wort "Ex" nicht nur im Liebesleben zu unkontrolliertem Zittern und heftigen Schweißausbrüchen.

Stegreifaufgaben, Schulaufgaben und Klausuren haben einen schlechten Ruf - berechtigterweise, denn oft dienen sie nur dem einmaligen Wissensabruf und sind mit einer zerschmetternden Bewertung verbunden.

Das muss nicht sein. Tests können eine sehr gute Lernmethode sein, denn sie sind effektiv. Zunächst geben sie dir Feedback. Ein Test zeigt dir, ob du Lücken hast. Das ist wichtig, da du dadurch nicht so leicht der Illusion der Vertrautheit unterliegst.

Weiterhin zwingen sie dich zum aktiven Abrufen des Gelernten. Das wirkt dem Prozess des Vergessens entgegen und stärkt die Konsolidierung der Inhalte im Gehirn, wodurch du leichter auf das Wissen zugreifen und es besser mit anderen Themen vernetzen kannst7.

Diese Wirkung ist auch als Testing-Effekt bekannt:

"Der Zugriff auf das Gedächtnis verändert das Gedächtnis und erleichtert den späteren erneuten Zugriff"8.

Nicht zuletzt bist du aufmerksamer, wenn du weißt, dass das Wissen im Anschluss abgefragt wird. Regelmäßige Selbsttest können auch bei Prüfungsangst helfen, da du dich der Testsituation immer wieder aussetzt.

Für Fans des Analogen gibt es verschiedene Möglichkeiten, Selbsttests in das eigene Lernen zu integrieren:

  1. Fragen. Was willst du von deiner Quelle erfahren? An was willst du dich erinnern? Was sind die Kerninhalte? Stelle dir Fragen und beantworte sie im Nachgang, ohne den Text erneut zu lesen.
  2. Karteikarten. Formuliere Karteikarten und frage dich immer wieder damit ab. Drehe die Karte erst um, wenn du der Antwort eine ehrliche Chance gegeben hast.
  3. Zusammenfassungen. Schreibe dir im Nachgang eine kurze Zusammenfassung, ohne die Quelle erneut zu öffnen. Danach vergleichst du deine Zusammenfassung mit der Quelle.

Digitale Unterstützung: neue Möglichkeiten

Heutzutage kannst du aber auch auf Künstliche Intelligenz zurückgreifen. Künstliche Intelligenz ist kein Allheilmittel, wie ich hier beschreibe. Doch für dein Lernen kannst du sie dir zunutze machen. Probiere beispielsweise ChatGPT und seine Reasoning-Funktion aus. Diese Woche habe ich folgenden Prompt dafür verwendet:

Situation: Du bist der Lehrer und ich bin der Schüler. Du bist ehrlich und direkt.
Aufgabe: Ich habe das erste Kapitel ("Lernen geht anders") des Buches "Das Merk Ich Mir" von Peter Brown et al. gelesen und du sollst prüfen, ob ich das Gelesene verstanden habe. Du fragst mich ab.
Vorgaben für den Test:
Der Test soll eine Mischung aus Wissensabruf und Anwendung sein.
Du stellst immer nur eine Frage.
Du stellst Gegenfragen, sofern ich eine unzureichende oder falsche Antwort gebe, statt mir direkt die Lösung zu liefern.
Du lieferst mir nur die Lösung, wenn ich es dir konkret sage.
Du unterziehst deine Antworten einem Faktencheck.
Du gibst mir zu meinen Antworten Feedback, bevor du die nächste Frage stellst.

Dieser Prompt hat für meine Bedürfnisse gut funktioniert. Pass ihn aber gerne an. Ich bin kein Profi in der Nutzung von ChatGPT, doch konnte damit bereits mehrfach eine 30-minütige Abfrage mit der KI starten.

Auch Multiple-Choice-Abfragen habe ich bereits erfolgreich genutzt, wenn auch mit Einschränkungen. Die KI hatte nämlich immer eine eindeutige Tendenz, dass Antwort b) die Richtige ist.

Offene Fragen sind jedoch sowieso besser, da bei Multiple-Choice die Gefahr der Wiedererkennung der Inhalte besteht, wodurch du nicht mehr abrufst.

Manchmal halluziniert die KI auch und fragt dich zu Inhalten, die nicht in der Quelle oder dem Kapitel standen. Bisher waren sie aber immer auf das Thema bezogen. Ich habe also sogar beim Abfragen etwas Neues gelernt.

Wenn du deine Abfragen dann noch zeitlich verteilst (spaced repetition), wirst du bald kaum noch etwas vergessen. Wer das Erlernte regelmäßig abruft, stärkt die neuronalen Verknüpfungen im Gehirn, bis es irgendwann zum Automatismus wird.

Das sind nur ein paar Ideen, um dein Lernen anzukurbeln. Wenn du langfristigen Erfolg haben willst, musst du deine Methoden überdenken. Manche Lernmethoden sind intuitiv, aber ineffektiv. Andere sind mühsam, aber lohnenswert.

Warum es sich lohnt

Es ist wie bei der Holzfäller-Analogie: Zwei Holzfäller gehen in den Wald, um Bäume zu fällen. Beide besitzen eine stumpfe Axt.

Der erste Holzfäller legt direkt los, doch seine Axt ist so abgenutzt, dass er zwei Stunden benötigt, bis der erste Baum fällt.

Der zweite Holzfäller setzt sich erst einmal hin und schleift seine Axt. Dafür braucht er eine halbe Stunde. Seinen Baum fällt er dafür in nur einer Stunde. Sein erstmaliger Aufwand zahlt sich langfristig gesehen aus.

So ist das auch beim Lernen. Aktives Abrufen erfordert eine erstmalige Anstrengung. Dafür behältst du langfristig gesehen mehr im Kopf.

Veränderung: Eine Lebensaufgabe

Bis zur neunten Klasse war ich ein schlechter Schüler. Danach kompensierte ich vieles mit Fleiß. Ich fällte Bäume mit stumpfen Äxten.

Auch heute, mit 30 Jahren, bin ich immer noch Schüler. Ich bleibe es ein Leben lang. Der Unterschied ist jedoch, dass meine Axt nun geschärft ist.

Und jetzt bist du gefragt: Wie du am Ende dieses Beitrags sicherlich weißt, ist es nach der Lektüre eines Textes wichtig, aktives Abrufen zu praktizieren.

Probiere es doch einfach mal aus. Kopiere diesen Text mit dem passenden Prompt in ChatGPT und schau, wie gut du ihn verstanden hast. Ich wünsche dir viel Erfolg.


Quellen