Fitnessstudios gehören heutzutage zur Infrastruktur jeder größeren Stadt. Sie sind für uns zum Sinnbild eines gesunden Lebens geworden. Auch ich bin angemeldet.

Jedoch denke ich, dass wir durch das Training in Fitnessstudios vergessen, was Fitness eigentlich ist.

Ich denke: Fitness ist einfach – eigentlich. Und in diesem Artikel erfährst du, wie du sie mit drei simplen Gewohnheiten erreichen kannst.

Inhaltsverzeichnis

  1. Kurz ausgeholt.
  2. Isolation zur Ganzheitlichkeit
  3. fit = funktionsfähig
  4. Fitness entsteht durch natürliche Bewegung.
  5. Wann Isolation funktioniert - und wann nicht
  6. Fitness ist einfach – eigentlich
  7. Denke groß, aber handle klein.
  8. Wie ich Fitness in meinen Alltag integriere
    1. Tipp 1: Bewegung nach dem Aufstehen
    2. Tipp 2: Bewegung in den Zwischenräumen
    3. Tipp 3: Halte dein Training unkompliziert

Kurz ausgeholt.

Einer meiner Freunde meldete sich neulich in einem Fitnessstudio an und erhielt von seinem Trainer einen Anfängerplan. Das gehört zur Etikette der meisten Studios.

Doch an diesem Punkt entsteht bereits das erste Problem:

Der Trainingsplan meines Kollegen umfasste mehr als zehn Übungen. Um sein Training vollständig zu absolvieren, benötigt er jedes Mal gute 90 Minuten.

Das hat mich zum Stutzen gebracht. Auch bei anderen Personen habe ich beobachtet, dass Anfänger oft ellenlange Trainingspläne erhalten.

Woran liegt das?

Isolation zur Ganzheitlichkeit

Der Grund dafür ist simpel:

Indem man den Körper in kleine Muskelgruppen untergliedert und diese isoliert voneinander trainiert, will man ganzheitliche Fitness sicherstellen. Dafür benötigt man jedoch viele verschiedene Übungen.

Somit bläht sich der Trainingsplan wie auch der Zeitaufwand für ein einzelnes Training immens auf.

Zusammen mit Auf- und Abwärmen sowie An- und Abreise ist das für viele Menschen eine enorme Verpflichtung, die gerade Anfängern den Einstieg erschwert.

Ist das wirklich die beste Art, fit zu werden? Was bedeutet fit sein überhaupt?

fit = funktionsfähig

Das Wort fit bedeutet im Englischen nichts anderes als tauglich oder fähig.

Bei Fitness geht es also in erster Linie um Funktionsfähigkeit.

Ein Körper muss nicht nur gesund oder gut aussehen, sondern vor allem funktions- bzw. leistungsfähig sein.

Personen, die mit dem Training beginnen, verfügen in der Regel über ein Mindestmaß an Funktionsfähigkeit, da sie sonst ihren Alltag nicht meistern könnten.

Jedoch besteht eine Kluft zwischen der Leistungsfähigkeit, die sie haben, und der, die sie gerne hätten.

Ihnen fehlen Ausdauer, Muskeln oder Kraft, sei es nur, um mit ihren Kindern im Park zu spielen oder nach diesen verdammten Treppen nicht mehr so außer Atem zu sein.

Diese Beispiele bringen uns auch direkt zum springen Punkt.

Fitness entsteht durch natürliche Bewegung.

Bei menschlicher Bewegung werden immer mehrere Muskelgruppen gleichzeitig aktiviert, egal ob beim Laufen, Tanzen oder wenn du dich bückst und etwas hochhebst.

All diese Bewegungen aktivieren niemals nur einen Muskel in Isolation.

Überleg dir einfach mal, wie oft du in deinem Alltag Bizepscurls machst oder bei deiner Bewegung von einer Maschine gestützt wirst.

Bewegung ist ein ganzheitlicher Prozess.

Funktionsfähigkeit bedeutet dann also vor allem, die natürliche Bewegung des Menschen zu unterstützen.

Ein Training, das auf Isolation basiert, ist somit nicht nur unpraktisch für den Alltag vieler Anfänger, sondern auch unnatürlich.

Wann Isolation funktioniert - und wann nicht

Einzelne Muskeln zu isolieren hilft, Schwachstellen auszugleichen oder bestimmte Bereiche hervorzuheben.

Wer Isolation gezielt einsetzt, kann seine Funktionsfähigkeit verbessern, indem er beim Training einzelne Muskeln identifiziert, die mit den anderen nicht mithalten können.

Isolation jedoch als Grundprinzip für körperliche Fitness einzusetzen funktioniert nur begrenzt.

Ist ein einzelner Muskel in einer Kette besonders stark, kann man die übergeordnete Bewegung oft trotzdem nicht ausführen.

Die gesamte Kette muss zusammenhängend trainiert werden. Ansonsten führt Isolation dazu, dass viele Menschen trotz großer Oberarme keinen einzigen Klimmzug schaffen.

Das ist nicht funktional. Das ist nicht fit.

Fitness ist einfach – eigentlich

Die Funktionsfähigkeit des Körpers unterstützt man am besten, indem man Übungen ausführt, die die natürlichen Bewegungsabläufe des Menschen imitieren und somit mehrere Muskelgruppen gleichzeitig aktivieren.

Das geschieht vor allem bei den Grundübungen bzw. den sogenannten "compound exercises":

  • Liegestützen
  • Klimmzüge
  • Kniebeugen

Da sie den Namen "Grundübung" im Deutschen tragen, werden sie oft als leicht angesehen.

Grundübungen sind jedoch nicht leicht. Sie sind unkompliziert.

Das weiß jeder, der schon einmal Klimmzüge gemacht hat.

Mit diesen drei Übungen kann jeder Mensch fit werden. Je nach Intensität des Trainings kannst du sogar ganz schön ins Schwitzen kommen.

Ihre Schlichtheit erlaubt es gerade Anfängern, nicht durch einen zu ausufernden Trainingsplan demotiviert zu werden.

Sie benötigen fast gar kein Equipment und auch keine Mitgliedschaft. Die Folge:

Fitness ist einfach, wenn dein Training einfach ist.

Denke groß, aber handle klein.

Das erste Ziel deines Trainings sollte die Verbesserung der Funktionsfähigkeit deines Körpers sein. Du musst ihn in erster Linie alltagstauglicher machen.

Ästhetik, Muskeln oder Gewichtsabnahme haben am Anfang keine Priorität. Diese Ziele erreichst du mit der Zeit, oft sogar wie von selbst. Sie sind Nebenprodukte.

Ganzheitliche Fitness hingegen ist ein Lebensziel. Es ist das Hauptprodukt. Es ist die Cashcow, die dir deine Haupteinkünfte generiert.

Je funktionsfähiger dein Körper ist, desto leichter fällt dir das Ausdauertraining zur Gewichtsabnahme oder das Gewichtheben zum Muskelaufbau.

Deshalb beginne mit dem ersten Schritt. Konzentriere dich auf Funktionalität.

Denk daran: Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.

Zum Abschluss

Fitness entsteht, indem du die Funktionsfähigkeit deines Körpers förderst. Diese Funktionsfähigkeit unterstützt du am besten durch unkomplizierte Übungen.

Denk daran: Fitness ist einfach - eigentlich. Also verkomplizier sie nicht.


Wie ich Fitness in meinen Alltag integriere

Tipp 1: Bewegung nach dem Aufstehen

Ich beginne meinen Tag in der Regel mit einer kurzen Runde Burpees, gesprungenen Kniebeugen und Klimmzügen.

Du kannst diese Übungen, je nach Fitnesslevel, auch durch Alternativen ersetzen.

Liegestützen auf den Knien, Kniebeugen mit einem Stuhl, gesprungene Klimmzüge oder Rudern mit einem Widerstandsband.

Meine Morgenrunde dauert meistens nicht länger als fünf bis zehn Minuten.

Danach fühle ich mich wach und bereit für den Tag - ganz ohne Kaffee.

Tipp 2: Bewegung in den Zwischenräumen

Wenn du im Büro sitzt wie ich, nimm dir einmal pro Stunde die Zeit, um vom Schreibtisch wegzugehen, dich kurz zu strecken und ein paar Kniebeugen oder Ausfallschritte zu machen. Wenn du stehend arbeitest, dehn dich zwischendrin. Ein bis zwei Minuten reichen aus.

Ein Tipp fürs Homeoffice: Meine Klimmzugstange hängt zu Hause im Türrahmen zwischen Flur und Bad.

Jedes Mal, wenn ich daran vorbeigehe, mache ich ein paar Klimmzüge und kriege somit regelmäßig Bewegung.

Du kannst auch einfach an der Stange hängen und deinen Körper strecken. Er wird es dir danken.

Tipp 3: Halte dein Training unkompliziert

Wenn es nicht dein Ziel ist, konkret Muskeln aufzubauen, dann halte dein Training im Studio unkompliziert.

Drei bis vier Übungen können deinen gesamten Bewegungsapparat abdecken.

Denk dabei an die Grundübungen: Kniebeugen oder Kreuzheben und zusätzlich Bankdrücken und Rudern sind eine gute Wahl.

Wenn du mit Gewichten trainierst, dann lass bitte vor allem als Anfänger dein Ego zu Hause und konzentriere dich auf deine Form.

Lass dir die Übungen von einem Trainer zeigen, führe sie mit wenig Gewicht aus und film dich dabei.

Denk dran: Fitness ist einfach – eigentlich. Wenn du es schaffst, Bewegung mit Leichtigkeit in deinen Alltag zu integrieren, dann wird auch dein Leben leichter. Denn: Bewegung ist Leben. Also sei ein Hai und hör nicht auf, dich zu bewegen!